Unsere Vision

Das "Vorläufige Visionspapier" formuliert eine Vision für das künftige Ökodorf Gutleben. Es dient der ersten Orientierung. Das Ablaufdatum für diesen Beschluss ist der 18.06.2018. In der Zeit bis zum Ablaufdatum erfolgt die weitere Ausarbeitung des Papiers. Die ausgearbeitete Version wird nach erneutem Zustimmungsbeschluss das vorliegendes Papier ersetzen.

 

VORLÄUFIGES VISIONSPAPIER

 

Wir bauen ein Ökodorf im Chiemgau.

Dort leben um die 300 Menschen unterschiedlichen Alters. Darunter sind Familien mit Kindern, Singles, Paare, WGs und andere.

Das Wesentliche unserer Gemeinschaft ist das „in Verbindung sein“ mit sich, den Anderen und der Region.

Alle baulichen, organisatorischen und strukturellen Rahmenbedingungen, die wir im Kernteam, den KGs & anderen Gruppen erschaffen, dienen primär diesem Zweck.

Das Dorf liegt ruhig, in einer hügeligen Landschaft, auf einer Fläche mit Waldbestand und Zugang zu einer eigenen Quelle.

Ein Badesee bietet im Sommer Erfrischung, im Winter Gelegenheit zum Schlittschuhlaufen.

Wir schaffen eine gute Mischung aus Begegnungs- und Rückzugsräumen, Miteinander und individueller Freiheit.

Begegnungsräume sind ein Tanzcafe, Grillplatz, der Strand am Badesee, öffentliche Bänke, Sportplatz, Seminare und mehr. Zu den Rückzugsräumen zählen stille Ecken, Privaträume, die Wiese hinterm Rathaus, ein Meditationsraum, Hinterhöfe und andere.

Der Lebensstil ist offen, tolerant, verantwortungsbewusst, solidarisch, nachhaltig und ökologisch (, z.B. durch ökologische Energieversorgung).

Menschen mit Lust zur Bio-Lebensmittel-Selbstversorgung betreiben gemeinsame Permakulturgärten & -äcker.

Nachbarn helfen und unterstützen sich untereinander unter Beachtung und Respektierung privater Räume.

Die Dorfgemeinschaft bietet Zusammenhalt, Unterstützung & Nähe – für jeden, der es wünscht.

Unser Anliegen ist, dass Familien und Freunde wieder Zeit füreinander haben und Beziehungen und Freizeit gepflegt werden können. Darum bemühen wir uns um Entschleunigung, Freiräume und Stressreduktion. Arbeit wird mit Freizeit und Beziehungspflege in eine gesunde Balance gebracht.

Wir fördern die Entstehung lokalen Handwerks und arbeiten mit Handwerkern in der Umgebung zusammen. Wir streben aktiv den Kontakt, Austausch und die Zusammenarbeit mit benachbarten Gemeinden an.

In unserem Dorf gibt es Dorfläden, einen Tauschmarktplatz & etliches mehr.

Ökodorf bedeutet auch das Wohnen in ökologischen Häusern (Neubau oder Umbau), die sich in die Landschaft einpassen, aus ökologischen Baustoffen bestehen und den Wasser- und Energiebedarf minimieren.

Die Bebauung ist mal dichter, mal lockerer... mit Gassen, Winkeln, kleinen Höfen, Plätzen, grünen Oasen, lebhaften und ruhigen Zonen. Es gibt einen Marktplatz und eine Gasse mit Cafes, originellen Läden, Werkstätten, Rat-haus, Musikschule, Galerien, Bäckerei, Textil-Manufaktur ...

Unsere Häuser, Wege, Gassen und Plätze sind geschmackvoll gestaltet. Künstler, Bildhauer und andere kreative Berufe wirken daran mit.

Das Dorf ist aufgeräumt und sauber.

Zur Organisation unseres Dorfs wählen wir effektive Formen der Direktdemokratie, um eine möglichst breite Beteiligung und kreative Mitgestaltung zu erreichen. Alles Wesentliche wird gemeinsam im Dorfplenum besprochen und soziokratisch entschieden. Zur Erfüllung von Aufgaben werden Räte gewählt.

Im Gesundheitshaus des Dorfes findet ein System integrativer Heilbehandlung Anwendung, in welchem Naturheilverfahrung und Schulmedizin ihren angemessenen Platz haben.

Einige Menschen haben eine Gesundheitssolidargemeinschaft gebildet und gewähren einander selbst erbrachte Gesundheitsleistungen, z.B. Osteopathie und ähnliches.

In unserem Ort ist Muße fester Bestandteil der Dorfkultur. Die Bewohner gehen der Muße nach eigenem Gutdünken nach. Häufig sieht man wen, der gerade unterm Baum Siesta hält. Oder wer möchte, genießt seine Muße in einer der dörflichen Wellnessoasen mit Saunen, Massageräumen, Sprudelbädern und mehr.

Die Kinder sind im ganzen Dorf gut aufgehoben und finden Spielplätze, Kletterbäume, ein Kinderhaus, Räume zum Musikmachen, einen Bolzplatz... Vor allem finden sie überall treusorgende Begleiter, speziell in Form ihrer Eltern. Ein Ort für freie Bildung und freies Lernen liegt uns besonders am Herzen. Die individuellen Potentiale von Kindern und Erwachsenen wollen entdeckt, entwickelt und zur Entfaltung gebracht werden. So entsteht ein inspiriertes Miteinander, das sich zum Wohle aller auswirkt.

In der Dorfgemeinschaft erleben Senioren ein würdevolles Altern. Sie werden unterstützt und sind respektvoll ins Dorfleben eingebunden.

Menschen gehen innerhalb & außerhalb des Dorfes ihren selbstgewählten Tätigkeiten nach. Jeder tut, was er gut und gerne macht und ihm ein zufriedenstellendes Einkommen beschert.

Betriebe im Besitz der Dorfbewohner produzieren nachhaltig, regional und mit Anstand.

Sie richten sich an den Leitwerten der Gemeinwohlökonomie aus und entwickeln Formen angemessener Mitarbeiterbeteiligung. Unser Ziel ist eine Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-Cradle Prinzip.

Die Dorfbewohner halten ihren ökologischen Fußabdruck klein. Abwässer fließen durch dorfeigene Pflanzenkläranlagen, welche hervorragende Klärleistungen erbringen. Es gibt überwiegend dezentrale Abwassersysteme. Diese reichen aus, da die meisten Häuser nicht über WCs mit Wasserspülung, sondern über Komposttoiletten verfügen. Die Exkremente aus den Toiletten werden einer Pyrolyse-Anlage zugeführt, die aus organischen Ab-fällen Bio-Kohle und Bio-Wasserstoff herstellt.

Unser Ökologieverständnis schließt einen verantwortlichen Umgang mit der Technik ein. Technikfeindschaft liegt uns genauso fern wir Technikfanatismus. Darum betreiben wir auch ein eigenes Future-Lab. Dieses bietet kreativen Tüftlern & Wissenschaftlern einen Raum zur Entwicklung nutzbringender und nachhaltiger Techniken & Lösungen im Einklang mit dem Gemeinwohl und der Natur.

Kulturell ist im Dorf was los: von Kleinkunst über Festveranstaltungen bis Lesungen. Es steht natürlich jedem frei, darauf keine Lust zu haben. Für Ruhebedürftige gibt es die schon genannten Rückzugsecken, die vom ganzen Dorf respektiert werden.

Jeder Dorfbewohner ist frei, alles zu tun, was keinem anderen schadet. In Privatangelegenheiten - Essen, Musik, Kleidung, Sex, Religiosität, Beziehungen, Hobbies - mischt sich die Kommunität nicht ein.

Bei Streitfällen bietet eine Schlichtungsstelle Unterstützung an. Es gibt auch Seminarangebote (Konflikt- und Beziehungsmanagement, Gemeinschaftsbildung etc.) sowie ein Seminar- & Bildungszentrum.

Im Dorf gibt es eine freie Schule und Universität.

Es gibt keine für alle gültige spirituelle Ausrichtung, außer der Verpflichtung zu liebevollem und wertschätzendem Umgang gegenüber allen und allem.

Wir entwickeln ein funktionierendes lokales Grundeinkommen.

Wir betreiben/benutzen ein zinsfreies Regionalgeld zur Förderung gesunder lokaler Wirtschaftskreisläufe.

An Spekulation und Finanzprodukten beteiligen wir uns nicht.

 

               Beschluss von:  Kernteam, 18.03.2018